Die Ruinen Hunnesrück und Löwenburg (Lauenberg) im Dasseler Stadtgebiet

Dassel ist eine historische Stadt. In unmittelbarer Umgebung befinden sich Überreste von vier mittelalterlicher oder spät-mittelalterlichen Burgen, wenn auch nicht alle sichtbar sind. Nur die Erichsburg ist als ehemalige Wasserburg nach als Gebäude erhalten geblieben. Von der Löwenburg in Lauenberg sind noch Mauerreste und Grundmauern sichtbar während von der Burg Hunnesrück nur noch Grundmauern und Wälle vorhanden sind. Die ehemalige Burg am Dasseler Burgberg wurde erst 2009 durch Airborne Laserscan Methode wiederentdeckt ist aber in der Landschaft nicht auszumachen. In diesem Artikel möchten wir von den Burgruinen im Dasseler Raum berichten.

Zeitlich gesehen ist die Burg am Dasseler Burgberg die älteste Anlage im Dasseler Gebiet. Vermutlich handelt es sich um die ursprüngliche Stammburg der Dasseler Grafen, die im früher Mittelalter dort errichtet wurde. Letzner vermutet 1596 auf Grund von Erzählungen, dass es am Burgberg eine Burg gegeben haben muss. Sichtbar war die Burg zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr und er bezog sich nur auf Sagen und Erzählungen.

Der Burgberg von Dassel aus der Ferne

2009 wurde der Burgberg mittels Airborne Laserscanning untersucht und die Anlage etwa 1,1, km südöstlich von Dassel an einem Hang lokalisiert. Die Burg hatte danach einen Durchmesser von 90 – 100 m lag und war am Hang mit einem 20 m breiten und bis zu 4 m tiefen Graben gesichert. Trotz der eigentlich exponierten Lage des Burgberges lag sie also nicht auf der Spitze des Berges. Leider ist die Stelle für Laien nicht wirklich erkennbar, und als Ausflugsziel nur bedingt geeignet.

 

 

Ruine Hunnesrück

Ein durchaus lohnendes Ziel stellt die Ruine der Burg Hunnesrück dar. Sie liegt 2,1 km nördlich von Dassel auf dem südlichen Ausläufer des Amtsberges. Eine unser Mountainbike Touren führt direkt durch die Ruine, sie kann aber auf gut ausgeschilderten Wanderwegen auch von Dassel aus erwandert werden.

Die Burg wurde im 13. Jahrhundert von den Grafen von Dassel erbaut, da die Hangburg am Burgberg nicht mehr den Bedürfnissen der Zeit entsprach. Erste urkundliche Erwähnung hat sie 1310 beim Verkauf der Grafschaft an den Bischof von Hildesheim. Damit wurde Dassel eine Exklave des Bistum mit Hunnesrück als einziger Burg in diesem Gebiet. Die neue Situation als Exklave ist auch für die Stadt Dassel wichtig, da um die Stadt zu schützen eine Stadtmauer gebaut wurde und somit der Grundstein für unser Ferienhaus gelegt wurde. Zerstört wurde die Burg 1521 während der Hildesheimer Stiftsfehde. Die Reste der Burg wurden als Baumaterial für die Erichsburg im Tal unterhalb der Burg verwendet (von der Erichsburg berichten wir in einem anderen Artikel). Auf der bekannten Sollingkarte von Johannes Krabbe aus dem Jahr 1603 ist die Burg als Ruine noch erkennbar, eine Vergrößerung ist auf einer Tafel an der Ruine angebracht. Danach bestand die Anlage aus einer Vorburg und einer höher gelegenen Hauptburg.

Hunnesrück

Rekonstruktion der Burgruine 1603 nach der Karte von Krabbe

Krabbe 1603

Burg Hunnesrück auf der Karte von Krabbe 1603

 

Heute sind leider nur noch wenige Mauern und Wälle besonders im Bereich des Tores vorhanden.  Die Ausgrabungen wurden von 1956 bis 1959 unter Leitung des Lehrers Hans-Erich Mirus von Schülern aus Dassel durchgeführt. Besonders im Frühjahr ist eine Wanderung zu empfehlen, da man eine gute Aussicht auf den Solling sowie das Ilmetal bis zum Harz hat. Im Winter sind Mauerreste und Wälle auch gut von der Straße von Dassel nach Mackensen erkennbar.

Stufen in der Ruine

Reste der Burganlage

Wolfgang Braun veröffentlich im Internet Rekonstruktionszeichnungen von Burgen in Niedersachsen [Link]. Freundlicher Weise hat er uns die Erlaubnis erteilt, Bilder der ehemaligen Burgen von Dassel in unserem Blog zu veröffentlichen. Wenn man in den Mauern und Wällen der Ruine Hunnesrück steht, hilft einem die Zeichnung sich besser in die Mauern hinein zu versetzen.

Mögliches Aussehen der Burg Hünnesrück von Wolfgang Braun

Die Ruine der Löwenburg in Lauenberg

Die Löwenburg in Lauenberg

Eine weitere Ruine im Gemeindegebiet von Dassel ist die Löwenburg im Ortsteil Lauenberg 5 km südlich von Dassel. Sie wurde der Sage nach von den Grafen von Dassel als Jagdschloss erbaut. Um 1250 wird sie bei einem Besitzerwechsel an die Welfen genannt und dient von 1399 bis 1530 als Verwaltungssitz des Amtes Lauenberg der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Der Amtssitz wurde 1530 aufgehoben, das Amt Lauenberg aufgelöst und dem neuen Amt Erichsburg zugeschlagen. Danach verfiel die Burganlage und wurde von den Dorfbewohnern als Steinbruch benutzt. Eine weiter ukundliche Nennung ist nicht bekannt.

Von der Burg ist heute nur noch eine über 1,5m dicke Mauer stehen geblieben, die 1907 instandgesetzt und gesichert wurde.  Im Erdgeschoss befindet sich ein großes Loch in der Wand, das früher wahrscheinlich ein Fenster enthielt. Direkt darüber befindet ein weiteres kleines Fenster. Auf der Nordseite befinden sich Kragsteine, auf denen die ehemalige Decke aufsetzte. Die wirkliche Ausdehnung der Burg läßt sich heute nicht mehr feststellen, da durch die stetige, bis heute andauernde landwirtschaftliche Nutzung der Bergrücken verändert wurden. Bearbeitungsspuren des Felsens, auf dem die Burg stand, weisen auf weitere Gebäude hin, die sich aber von in Größe und Ausdehnung nicht mehr nachvollziehen lassen. Denoch hat Wolfgang Braun auch hier einen Versuch gewagt, die ursprüngliche Burg zu rekonstruieren.

Mögliches Aussehen der Löwenburg von Wolfgang Braun

Gemäß Erzählungen in Lauenberg existiert ein Geheimgang vom Dorf hoch zur Burg. In einigen Gärten findet man Sandsteinplatten, die wahrscheinlich die Abdeckung des Ganges darstellen. Freigelegt wurde der Gang bislang noch nicht.

Von unserem Ferienhaus kann man die Ruine gut per Fahrrad erreichen. Mehrere unser Mountainbike Touren führen direkt an der Ruine vorbei. Von hier oben hat man einen schönen Blick in das Ilmetal und auf den Solling Richtung Hilwartshausen. Man fährt zunächst an der Ilme entlang und bleibt dann oberhalb von Hilwartshausen um dann auf Feldwegen Lauenberg und die Burg zu erreichen. Neben der Ruine empfiehlt sich auch ein Besuch des Eiscafes im Ort.

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