Märchenhafte Orte der Gebrüder Grimm im Weserbergland

Die Gebrüder Grimm waren Professoren in der Universitätsstadt Göttingen. Sie sammelten ihre Märchen entlang der Weser, in Nordhessen und auch im Solling. Viele Märchen spielen in unmittelbarer Nähe unseres Ferienhauses weswegen unser Haus der ideale Ausgangspunkt ist mit Kindern auf den Spuren von Dornröschen, Aschenputtel oder Schneewitchen zu wandeln.

Die Gebrüder Grimm waren natürlich nicht die Erfinder ihrer Märchen. Selbst wenn sie die Märchen in der Umgebung von Göttingen gesammelt haben blicken viele ihrer Märchen auf eine lange Geschichte innerhalb Europas zurück. Die Märchen bestehen aus Grundmustern, die von den Erzählern mit lokalen Elementen bereichert wurden um einen Bezug zur Region herzustellen. Die Aufschreibung der Gebrüder Grimm basieren auf den in  Nordhessen und an der Weser erzählten Märchen wodurch die im Original aufgeschriebenen Märchen häufig einen Bezug zur Landschaft des Weserberglandes haben. Häufig haben aber einzelne Orte in der Umgebung eines der Märchen für sich eingenommen und daraus eine Touristenattraktion gemacht.  Auch wenn ein Märchen nicht direkt aus dem Ort stammt, so ist es doch besonders für Kinder schön, einem Märchen durch Figuren am Ort oder Freilichtspiele nähergebracht zu werden.

Überregional bekannt ist das Dornröschenschloß Sababurg südlich von Bad Karlshafen. Wer sich der Sababurg nähert wird unmittelbar in den Bann der alten Anlage gezogen. Ob die Gebrüder Grimm sich diese Burg als Schloß für Dornröschen vorstellten lassen wir dahin gestellt (das Märchen geht auf Marie Hassenpflug aus Kassel zurück), ein Besuch der Burg ist für Märchenfans ein absolutes Muss. Die 1334 und 1490 errichtete Burg war viele Jahrhunderte Jagdschloß der Landgrafen von Hessen und wurde Anfang des 18. Jahrhunderts aufgegeben. Sie verfiel und wurde überwuchert wodurch sie mit Aufkommen der Grimms Märchen der ideale Ort für das Märchen Dornröschen war. Erst ab 1957 wurde die Burg restauriert und der Ruf als Märchenschloß manifestiert. Heute kann man auf den Spuren von Dornröschen wandern, die ältesten europäischen Tierpark von 1571 besuchen und Kultur rund um Märchen aber auch musikalische Vorstellungen auf einer der beiden Bühnen genießen.

Aschenputtel (im Englischen Cinderella) ist auf der Burg Polle direkt an der Weser zuhause. Das Märchen taucht bereits im 9 Jhd. in China auf und wurde von den Gebrüdern Grimm in Marburg aufgezeichnet. Der Ursprung auf der Burg Polle ist also eher in das Reich der Märchen zu führen. Kommt man aber nach Polle (am Besten mit der Gierseilfähre von Osten) fühlt man sich auf der Burgruine sofort in das Märchen hineinversetzt. Jeden dritten Sonntag von Mai bis September wird hier das Märchen durch eine lokale Laienspielgruppe aufgeführt. Für Kinder ist die Burg mit Märchenaufführung ein schönes Reiseziel aber auch ohne Aufführung lohnt der Ort auf Grund seiner idyllischen Lage direkt an der Weser.

Schneewittchen lebte bei den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen. Fährt man durchs Leinetal tauchen hinter Alfeld die sieben Berge auf. Es ist eine eindrucksvolle Aufreihung von sieben Höhenzügen und nordwestlich davon befindet sich die alte Bergwerksstadt Osterwald. Hier sollen die sieben Zwerge ihr Zuhause gehabt haben. Verlängert man die Linie von Osterwald über die Sieben Berge bei Alfeld, so kommt man zur Ruine der Stauffenburg, in der die ‚böse Stiefmutter‘ gewohnt habe. Südwestlich der sieben Berge gibt es dementsprechend einen Schneewittchenpfad. Allerdings haben die Gebrüder Grimm nachweislich nie um Alfeld Märchen gesammelt, der Ursprung des Märchen ist. Alternativ bewirbt sich auch Gieselwerder nahe Karlshafen um den Ursprungsort von Schneewittchen. Allerdings wird dieser bei historisch fundierten Forschungen nicht einmal erwähnt.

Nicht bei Grimm aufgeschrieben aber historisch verbürgt ist dagegen der Freiherr von Münchhausen, der von 1720 bis 1797 in Bodenwerder an der Weser lebte. Der als Lügenbaron in die Literaturgeschichte eingegangene Baron wird in Bodenwerder in vielfacher Weise geehrt. Vor dem Rathaus der Stadt, dem alten Gutshaus derer von Münchhausen befindet sich eine Bronzeskulpur des Barons, das Münchhausen Museum befindet sich direkt daneben. In Bodenwerder finden Festspiele und Musical zum Lügenbaron statt und ein Schauspieler im Baronskostüm macht Führungen durch die Altstadt. In Bodenwerder kann man einen ganzen Tag rund um den Baron verbringen.

Auch der Rattenfänger von Hameln geht nicht auf die Gebrüder Grimm zurück. Ohne Frage ist es aber eine der bekanntesten deutschen Sagen weltweit und nur 50 Minuten Autofahrt von unserem Ferienhaus entfernt. Historisch soll die Sage auf die Verknüpfung einer Rattenplage mit der Ostkolonisation im 13 Jahrhundert durch Hamelener Jungbürger zurückgehen. Schon seit 60 Jahren locken die Rattenfängerspiele jeden Sonntag viele Zuschauer in die Stadt. Nebenbei hat Hameln mit hervorragend sanierten Innenstadt mit vielen Bauten der Weserrenaissance in der Osterstraße, am Pferdemarkt und in der Bäckerstraße touristisch weit mehr zu bieten als nur Sagenstoff. Für historisch interessierte Gäste unseres Ferienhauses gehört Hameln zum Pflichtprogramm.

Es gibt noch viele andere sagenhafte Orte rund ums Ferienhaus. In Hannoversch-Münden war Doktor Eisenbarth zuhause, Wilhelm Busch lebte eine Zeit lang in Lüthorst, einem Ortsteil von Dassel und in Einbeck gibt es den Eulenspiegelbrunnen, der an die Braumeister Sage von Eulenspiegel erinnert. Der Burg Plesse bei Göttingen haben die Gebrüder Grimm zwei Märchen zugeordnet und die Trendelburg südlich von Bad Karlshafen wirbt mit den Rapunzelfestspielen. Der Landschaft rund ums Ferienhaus nimmt man die Orte für Sagen und Märchen restlos ab.

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